Wenn eine psychische Erkrankung die Beziehung belastet

Noch vor 50 bis 100 Jahren wäre es undenkbar gewesen, eine Ehe einfach so zu anulieren. Die Frau war finanziell vom Mann abhängig. Meist gab es einige gemeinsame Kinder und der Familienverband durfte auf gar keinen Fall zerrissen werden. Selbst dann nicht, wenn einer der beiden Ehepartner „verhaltensauffällig“ war. Alkoholiker und Schläger trafen auf Frauen ohne Selbstwert oder dieser wurde spätestens in der unglücklichen Beziehung auf ein Minimum reduziert.

Doch nicht nur Männern lasteten negative Verhaltensmuster an: Auch Frauen legten sehr häufig abnormes Verhalten an den Tag. Entstanden meist aus der allergrößten Not heraus, zeigten damals schon viele Erwachsenen ein Verhalten, welches heute in den meisten Fällen als psychische Erkrankungen angesehen wird. Damals hatte man noch keine Namen für manche Absurditäten; die Psychologie von heute indes kategorisiert in feinsten Abstufungen jener Verhaltensweisen, die nicht als Charakter-bedingt sondern als verhaltensgestört geführt werden. Und viele davon können eine Beziehung in tiefe Abgründe stürzen. Zwar muss heute niemand mehr ohnmächtig in einer destruktiven Beziehung verharren oder gar Gewalt über sich ergehen lassen. Aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, auch mit einer psychischen Erkrankung eine erfüllte Partnerschaft zu genießen.

Fair Game

Wichtig ist es, von Anfang an ehrlich die Karten auf den Tisch zu legen. Der (potenzielle) Partner soll zwar nicht verschreckt werden, dennoch ist es fair, seinem Gegenüber über eine psychische Erkrankung zu informieren. Man muss ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, aber bei einem schönen Glas Rotwein könnte man dann doch anklingen lassen, dass man in der Vergangenheit nicht immer nur auf Rosen gebettet war und deshalb auch einen „Rucksack“ mit sich herum trägt.

Keiner muss mit Diagnosen um sich schmeißen, es genügt völlig zu sagen: „Weißt du Schatz, es ist mir in meiner Vergangenheit etwas zugestoßen, das mich noch etwas belastet. Ich arbeite daran und es ist mir wichtig, dass du das weißt.“

So kann der Partner es dann auch viel besser einschätzen, wenn plötzlich doch mal was hochkommt und fühlt sich nicht vollkommen irritiert oder hilflos weiß der Singlebörsen Vergleich singleboersen24.com.

Immer darüber reden

Nun ist es meistens so, dass es nicht immer glatt laufen kann. Ein kleines Ärgernis kann ein Trigger sein und schon mutiert man zum Hulk oder zieht sich in sein Schneckenhaus zurück und schmollt. In der Beziehung soll Raum dafür sein! Erst einmal ein wenig Zeit verstreichen lassen, (ein paar Stunden oder auch einen Tag, ggf. auch mehrere Tage), aber dann wieder das Gespräch suchen und gemeinsam laut über das Geschehene nachdenken. Wer sich dennoch sehr überfordert mit gewissen Verhaltensweisen seines Partners fühlt und damit sehr unglücklich ist, kann seinem Gefährten auch vorschlagen, gemeinsam ein Paarcoaching zu machen. So wird eine neutrale Person „dazwischengeschaltet“, die dann mögliche Unverständlichkeiten „übersetzt“ oder ins rechte Licht rückt. Es können gemeinsam Verhaltensweisen trainiert werden, die der Belastung entgegenwirken. Zu guter Letzt hat man immer noch die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob diese Partnerschaft tragbar ist, oder ob die Macken des Partners so grenzwertig sind, dass man selbst Schaden davon nimmt.